Kassenrollen

Kassenrollen die Materialkunde

Kassenrollen – eine kleine Materialkunde

Wir alle haben als Konsumenten des Einzelhandels täglich Kassenbons in der Hand – ob beim örtlichen Supermarkt oder Discounter, an der Tankstelle oder der Postagentur. Diese kleinen bedruckten Zettelchen entstammen allesamt von Kassenrollen, die seit Ende der 90er Jahre mehrheitlich aus Thermopapier bestehen. Gelegentlich findet man immer noch Kassensysteme, die ihre Bons auf herkömmlichem Rollenpapier drucken – deutlich erkennbar an der Geräuschentwicklung während des Druckvorgangs. In diesem Beitrag haben wir allerlei Daten, Fakten und Wissenswertes rund um das Thema Kassenrollen sowie Thermorollen zusammengestellt.

Was sind Kassenrollen?

Die Endlosrollen heutiger Kassensysteme bestehen aus Thermopapier, die meistens eine Breite von 57 oder 80 mm aufweisen. Das Problem dieses Materials besteht darin, dass die aufgedruckte Schrift unter Wärme- und Lichteinfluss allmählich verblasst und das Thermopapier durch bestimmte Klebstoffe aufgelöst werden kann. Es gibt aber auch spezielle Thermorollen, die die buchhalterische Aufbewahrungspflicht von 10 Jahren überstehen – sachgemäße Lagerung vorausgesetzt.

Was haben die Maße zu bedeuten?

Die Angaben zu den Rollenmaßen sorgen häufig für Irritationen. In den Produktbeschreibungen für eine Thermorolle 58mm findet man z. B. Daten wie „58/100m/12“. Das lässt immerhin schon erahnen, wie lang das aufgewickelte Papier ist. Ob aber die Rolle tatsächlich in die eigene Kasse passt, geht daraus nicht schlüssig hervor. Folgende Kassenrollen-Maße sind relevant:

– Rollenbreite
– Rollendurchmesser
– Kerndurchmesser
– Rollenlänge in Metern

In dieser Reihenfolge werden die Maße angegeben, also z. B. „58/62/12 (50 m)“. Der maximale Rollendurchmesser, der für den eigenen Bondrucker passt, geht aus dem Handbuch des Druckers hervor. Der Kerndurchmesser spielt bei den meisten aktuellen Bondruckern keine Rolle mehr, weil die Kassenrolle einfach in das Druckfach gelegt wird und nicht auf einem Dorn oder einer Achse befestigt wird.

Wie wird das Papiergewicht bzw. die Papierstärke gemessen?

Kassenrollen-Papier ist in unterschiedlichen Stärken erhältlich. Daraus ergibt sich das Papiergewicht. Diesen Wert gibt man in der Maßeinheit g/m² an und wird auch als Grammatur bezeichnet. Papier mit einer geringeren Grammatur ist dünner, somit kann bei gleichem Rollendurchmesser mehr Papier aufgewickelt werden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Normalpapierrolle und einer Thermorolle?

Herkömmliche Kassenpapierrollen bestehen aus konventionellem Endlospapier, das mit einem Nadel- oder Tintenstrahldrucker bedruckt wird. Es weist also im Gegensatz zu Thermorollen keine Spezialbeschichtung auf. Der Druck auf Normalpapierrollen ist nahezu unbegrenzt haltbar.

Kassenbondruck im Thermodirektverfahren – die Vorteile

Für den Druck von Kassenbons im Thermoverfahren werden keine Farbmittel wie Farbbänder oder Tonerkartuschen benötigt. Beim Thermodirektdruck wird ein spezielles Thermopapier mittels eines Druckkopfes punktuell an den Stellen erhitzt, an denen später der zu druckende Text oder auch eine Grafik erscheinen soll. Die Beschichtung des Thermopapiers färbt sich bei Erwärmung schwarz ein. Der so erstellte Ausdruck ist sehr gut für den kurzzeitigen Gebrauch geeignet und ist daher insbesondere im Einzelhandel und in der Gastronomie sehr beliebt. Auch der Druck von Brief- und Paketwertmarken bietet sich auf diesem Wege an. Dadurch, dass keinerlei Farbmittel als Verbrauchsmaterialien zum Einsatz kommen, ist diese Form des Bondrucks sehr kostengünstig, zumal die günstige Anschaffung von Kassensystemen mit Bondruckern im Thermoverfahren eine einmalige Investition darstellt. Da ein Thermodrucker nur sehr wenige bewegliche Teile enthält, ist eine wesentlich höhere Lebensdauer gewährleistet als bei herkömmlichen Nadel- oder Tintendruckern.

Wie funktioniert der Druck auf Thermopapier?

Die Funktionsweise des Thermodrucks besteht darin, dass beschichtetes Thermopapier an einem Thermodruckkopf, der auch als Thermokamm bezeichnet wird, vorbeibewegt wird. Deshalb findet man einfache Thermodirektdrucker gelegentlich auch unter der Bezeichnung „Thermokammdrucker“. Der Druckkopf selbst besteht aus vielen kleinen Heizelementen, die von einer Software angesteuert sehr kurzzeitig aufgeheizt werden können. Somit wird eine hohe Druckauflösung gewährleistet, die abhängig von der Anzahl der Heizelemente ist. Grundsätzlich sind bei diesem Verfahren nur einfarbige Drucke möglich, da es nur Schwarz oder Weiß gibt – Graustufen werden gerastert dargestellt. Es gibt allerdings auch mehrfach beschichtetes Papier, das durch unterschiedliche Temperaturen der Heizelemente einen Ausdruck mit zwei oder drei Farben zulässt.

Warum verblasst Thermopapier?

Herkömmliches Thermopapier ist licht- und temperaturempfindlich. Das ist auch der Grund, warum manche Kaufbelege, Bewirtungsbelege und Tankzettel bereits nach drei bis sechs Monaten kaum noch lesbar sind. Einige Finanzbehörden verlangen deshalb beständige Kopien von Kassenbons aus Thermodruckern. Bei Verwendung geeigneter Thermopapiere sind jedoch bei licht- und wärmegeschützter Lagerung die Ausdrucke auch noch nach vielen Jahren lesbar. Aktuelle Kassenrollen für Thermodrucker haben verbesserte Rezepturen der Beschichtung, welche für eine höhere Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen sorgen. Des Weiteren weisen hochqualitative Thermodruck-Papierrollen eine Schutzschicht (Topcoat) auf.

Wie sollte man Thermo-Kassenbons NICHT aufbewahren?

Ausdrucke auf Thermopapier verblassen insbesondere bei Wärmeeinwirkung. Somit verbietet sich eine Aufbewahrung in direktem Sonnenlicht oder auf der Heizung von selbst. Aber auch verschiedene Stoffe greifen das Thermopapier an. Wer einmal versucht hat, einen zerrissenen Kassenbon mit Flüssigkleber oder Klebestreifen zu reparieren, hat es bereits erlebt: der Kassenbon löst sich auf. Auch sollte man Kaufbelege aus dem Thermodrucker nicht in eine Klarsichthülle legen. Diese enthalten häufig chemische Weichmacher, die ebenfalls das Thermopapier angreifen können. Und selbst ein Lederportmonee ist ein denkbar ungeeigneter Aufbewahrungsort – die Gerbstoffe des Leders sind ein natürlicher Feind von Thermo-Kassenzetteln.

Woran erkennt man Thermopapier?

Um auf Thermopapier basierende Kassenbons zu identifizieren, gibt es einen simplen Test: die Nagelprobe. Man drückt einfach einen Fingernagel auf das Papier und zieht ihn ein kleines Stück darüber. Wenn man dann einen grauen oder schwarzen Strich sieht, hat man es mit Thermopapier zu tun. Diesen Test sollte man wegen der intensiven Berührung mit dem umstrittenen Material nicht zu häufig durchführen. Rein optisch erkennt man Thermopapier bereits daran, dass es sehr glatt und ein wenig glänzend erscheint. Außerdem ist Thermopapier meistens nur einseitig beschichtet – die Rückseite hat eine abweichende Oberfläche. Ein weiteres Indiz für Thermopapier ist, dass es sehr leichtgewichtig und dünn ist, so wie man es von den Kassenbons vieler Supermarkt- und Discounterketten her kennt.

Wie giftig ist Thermopapier?

Thermo-Kassenbons enthalten häufig die umstrittenen Substanzen Bisphenol A in Thermorollen (BPA) und Bisphenol S (BPS), bei denen Fachleute ausdrücklich vor Gesundheitsschäden warnen. Wir als Firma bonro.de warnen ausdrücklich vor vermeintlich bisphenolfreien Rollen aus nicht bestätigten Quellen. Bonro.de fertig seine Rollen ausschließlich mit in Deutschland produziertem Thermopapier. Die Grenzwerte für Bisphenol A werden auch nach der Absenkung durch das Bundes Umwelt Amt immer noch bei weitem unterboten.

 

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